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04.09.2015Verschwendung von Lebensmitteln endlich stoppen

Staatssekretärin Quart drängt auf Strategie gegen Lebensmittelverschwendung und lobt Vorstoß Frankreichs

Potsdam – Französische Supermarktketten haben eine Selbstverpflichtungserklärung abgeschlossen, künftig weniger Lebensmittel zu verschwenden. Brandenburgs Staatssekretärin für Europa und Verbraucherschutz, Anne Quart, begrüßte diese am Freitag: „Die freiwillige Vereinbarung muss sich zwar erst in der Praxis bewähren, trotzdem ist Frankreich uns mit dieser Regelung einen Schritt voraus“, sagte sie. Mit der Einsetzung eines Expertenausschusses und Abmachungen mit Supermärkten zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen seien zwar noch keine verbindlichen Regelungen geschaffen worden, aber sie seien dennoch ein Schritt in Richtung mehr Nachhaltigkeit in der Lebensmittelindustrie.

Quart sagte: „Das Wegwerfen von Nahrungsmitteln ist ein gesellschaftliches Problem, das nicht länger ignoriert werden darf. In jedem Lebensmittel steckt auch ein immenser Energieaufwand, der für die Produktion, den Transport, die Lagerung und die Vermarktung der Produkte verbraucht wird. Wenn wir uns vor Augen führen, dass ein großer Teil der Weltbevölkerung Hunger leidet, ist Lebensmittelverschwendung außerdem eine gewichtige ethische Frage. Aber bis auf die Absichtserklärung der großen Koalition, eine nationale Strategie gegen Lebensmittelverschwendung zu erarbeiten, ist nichts geschehen. Die Strategie steht immer noch aus. Hier sollten wir uns Frankreich zum Vorbild nehmen.“

Allerdings gehöre auch zur Wahrheit, dass 44 Prozent der Lebensmittel  bei Restaurants, Imbissketten und Caterern weggeworfen werden: „Hier sehe ich ein großes Problem. Deshalb ist es gut, dass sich die Länder gemeinsam dafür stark gemacht haben, hier Prioritäten zu setzen, und in diesem Bereich die Verschwendung zu reduzieren. Außerdem haben wir auf der vergangenen Konferenz der Verbraucherschutzminister einen Beschluss gefasst, die Forschung zum Thema Lebensmittelverluste und -abfälle stärker zu unterstützen. Nun ist aber der Bund gefordert.“

Alexander Kitterer

Stv. Pressesprecher

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