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15.08.2008Amtseinführung der Direktorin am Amtsgericht Königs Wusterhausen, Alexandra Kosyra

Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete,
sehr geehrter Herr Professor Farke,
sehr geehrter Herr Gaude,
sehr geehrte Gäste,
vor allem aber:

sehr geehrte Frau Direktorin Kosyra und sehr geehrter Herr Direktor Pauckstadt! 

Ihnen beiden gilt heute unsere Aufmerksamkeit, denn wir sind der Einladung des Präsidenten des Landgerichts am heutigen Tag aus zwei Gründen gefolgt: Zum einen wollen wir Ihnen, liebe Frau Kosyra, ganz herzlich zu Ihrer Ernennung zur Direktorin des Amtsgerichts Königs Wusterhausen gratulieren, und zum anderen möchten wir Ihnen, lieber Herr Pauckstadt, unseren herzlichen Dank für die mit Erfolg und Engagement geleistete Arbeit als Direktor dieses Amtsgerichts auszusprechen.  

Frau Kosyra, gestatten Sie mir, dass ich mich aus gegebenem Anlass ‑ entgegen der üblichen Etikette - zunächst dem Herrn zuwende. Für Sie, lieber Herr Pauckstadt, beginnt in diesen Tagen ein neuer, ein ganz anderer Lebensabschnitt. Auch wenn der Abschied vom Amtsgericht Königs Wusterhausen und von den Kollegen Sie sicher mit ein bisschen Wehmut erfüllt, so ist das, was nun vor Ihnen liegt, doch vor allem ein Grund, mit Freude in die Zukunft zu schauen. 

Lassen Sie mich trotzdem noch einmal einen kurzen Blick zurückwerfen auf   die vergangenen Jahre und Ihren beruflichen Werdegang. 

Geboren in den Wirren des 2. Weltkrieges in der schlesischen Grafschaft Glatz, verschlug es Sie in der Folgezeit nach Nordrhein-Westfalen. Sie fanden eine neue Heimat in Wuppertal, wo Sie im Jahre 1965 das Abitur ablegten.

Sie widmeten sich sodann in Köln und München dem Studium der Rechtswissenschaften. Das Erste Juristische Staatsexamen absolvierten Sie 1970 in  Köln, das Zweite im Jahr 1974 in Düsseldorf. 

Am 1. März  1974 war es dann soweit - Sie traten in den richterlichen Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen ein. Sie blieben dem „Bergischen" treu und versahen Ihren Dienst zunächst am Landgericht, später dann am Amtsgericht Wuppertal. Seit 1991 engagierten Sie sich zudem als Vorsitzender eines Prüfungsausschusses für den mittleren Justizdienst. Diese erste große Etappe Ihres Berufslebens hat Sie mit dem notwendigen Rüstzeug für die Aufgaben versehen, die Sie später - was Sie in den Anfangsjahren natürlich nicht voraussehen konnten - in einem der neuen Bundesländer erwarten sollten. So brachten Sie die besten Voraussetzungen mit, als Sie im Jahre 1993 erstmals für einen Zeitraum von 6 Wochen als „Aufbauhelfer" an das hiesige Amtsgericht abgeordnet wurden. Ich weiß nicht, ob Sie damals bereits ahnten, dass es nicht bei diesen 6 Wochen bleiben würde?

Noch im selben Jahr erfolgte jedenfalls eine zweite Abordnung, und während dieser Phasen konnte die brandenburgische Justiz insbesondere beim Aufbau eines funktionsfähigen Familiengerichts sowie bei der Vereinfachung von Arbeitsabläufen im B- und K-Dienst erheblich von Ihrem großen Erfahrungsschatz profitieren. 

Gerade in diesen Anfangsjahren gab es so manche Hürden zu überwinden. Dennoch - oder vielmehr gerade weil Sie eine solche Aufgabe reizte?-  wagten Sie einen Neuanfang und ließen sich auf eigenen Wunsch zu Beginn des Jahres 1994 erneut an das Amtsgericht Königs Wusterhausen abordnen, wo Sie in der Folge bis zum 30. Mai 1997 mit der Wahrnehmung der Aufgaben des Direktors des Amtsgerichts beauftragt waren. Den Auf- bzw. Umbau der Gerichtsstruktur haben Sie in dieser Zeit nicht nur aus nächster Nähe miterlebt, sondern vor Ort selbst mitgestaltet. Erlauben Sie mir hierzu ein kurzes Zitat aus einer Ihrer Beurteilungen aus dem Jahre 1996, in der es heißt: „Den Verwaltungsbereich hat er nach der Übernahme des Amtes in kürzester Zeit strukturiert  und mit gründlicher Systematik durchorganisiert". 

Zum 1. Juni 1997 kehrten Sie der Wupper dann endgültig den Rücken, traten in den richterlichen Dienst des Landes Brandenburg ein und wurden gleichzeitig zum Direktor dieses Amtsgerichtes ernannt. Neben der beruflichen Herausforderung und den landschaftlichen Reizen haben Sie wohl auch andere Vorzüge der Region Berlin-Brandenburg zu diesem Schritt veranlasst, denn Sie fanden hier auch Ihr privates Glück. 

Das Land Nordrhein-Westfalen hat Ihrem Wechsel nur mit Bedauern zugestimmt. Für uns war er ein Glücksfall, denn es fand ein in allen Angelegenheiten eines Amtsgerichts erfahrener und bewährter Richter den Weg nach Brandenburg. 

In den folgenden elf Jahren haben Sie Ihre hohe fachliche Kompetenz nicht nur in der täglichen Spruchpraxis unter Beweis gestellt, sondern haben mit praktischem Geschick und großer Zielstrebigkeit auch die Geschäftsabläufe im Gericht weiter optimiert. Immer ansprechbar für die kleinen und größeren Nöte Ihrer Mitarbeiter haben Sie es verstanden, diese - nicht zuletzt auch durch Ihren eigenen Einsatz - zu motivieren. Überhaupt haben Sie im Umgang mit den Mitarbeitern, aber auch  im Umgang mit Menschen im Allgemeinen stets Ihr besonders geschicktes „Händchen" unter Beweis gestellt. 

Sehr geehrter Herr Pauckstadt, mit Ihrem Wirken hier am Amtsgericht und mit Ihrem vorbildlichen und stets menschlichen Verhalten haben Sie - im positiven Sinne - Spuren hinterlassen in Königs Wusterhausen. Ich möchte Ihnen daher meinen herzlichsten Dank und meine aufrichtige Anerkennung für Ihr langjähriges und erfolgreiches Wirken in der brandenburgischen Justiz aussprechen.

Freuen Sie sich nun auf das, was vor Ihnen liegt - eine Zeit frei von den „Turbulenzen" des Arbeitslebens. Dafür wünsche ich Ihnen alles Gute. 

Meine Damen und Herren,

es ist immer sehr angenehm, wenn man - wie heute - die Verabschiedung eines Amtsinhabers gleich mit der Amtseinführung der Nachfolgerin verbinden kann. 

Deshalb möchte ich auch Ihnen, sehr geehrte Frau Kosyra, heute herzlich zur Übernahme Ihres neuen Amtes gratulieren. Wenn Sie jetzt die Leitung des Amtsgerichtes übernehmen, so weiß ich diese Aufgabe in den besten Händen. 

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Amtsgerichts werden rasch erkennen, dass Sie keinesfalls eine „Kopie" Ihres Vorgängers sind. 

Doch ihnen wird ebenso schnell bewusst werden, dass sie es erneut mit einer sehr erfahrenen Justizpraktikerin zu tun haben, die sowohl über vielfältige juristische Begabungen als auch über eine vorzüglich ausgeprägte Kommunikations-, Organisations- und Leistungsfähigkeit verfügt. 

Bisher haben Sie erfolgreich das Amtsgericht Rathenow - ein kleines, aber „feines" Gericht - geleitet. Mit Ihrer neuen Aufgabe übernehmen Sie nun die Verantwortung für ein nach seiner Richterzahl mehr als doppelt so großes Gericht. Ihr bisheriger beruflicher Werdegang bietet die Gewähr dafür, dass Sie auch diese Herausforderung mit der Ihnen eigenen Durchsetzungskraft und Entschlussfreude meistern werden. 

Lassen Sie mich an dieser Stelle auch einige Stationen Ihrer abwechslungsreichen Entwicklung nennen: 

Zunächst studierten Sie in Bonn - also vor Ihrer damaligen Haustür - Medizin, bevor Sie 1975 den - aus heutiger Sicht begrüßenswerten und vor allem richtigen - Entschluss trafen, sich den Rechtswissenschaften zuzuwenden. Ihre Erste Juristische Staatsprüfung legten Sie in Köln ab, das zweite Staatsexamen absolvierten Sie in Ihrer Geburtsstadt Hamburg. In den folgenden Jahren verblieben Sie zunächst im Norden der Republik. 

Am 2. Juli 1984 traten Sie in den richterlichen Dienst des Landes Schleswig-Holstein ein, wo Sie am Landgericht Flensburg und am Amtsgericht Niebüll tätig waren. Eine Abordnung an das Bundesministerium der Justiz führte Sie dann für fast vier Jahre in das schöne Rheinland zurück. Währenddessen wurden Sie im März 1990 zur Richterin am Landgericht Lübeck ernannt. Es folgten zunächst die Abordnung und sodann - drei Jahre später - die Versetzung an das Landgericht Köln. 

Ihre fachlichen Qualitäten als Richterin haben Sie auch eindrucksvoll unter Beweis gestellt, als Sie im Jahre 1997 im Wege der Abordnung an das Brandenburgische Oberlandesgericht wechselten. Sie ließen mit dieser Abordnung die Ihnen vertrauten Regionen Rheinland und Norddeutschland zurück und wandten sich - offen für Neues - der Region Berlin-Brandenburg zu - keine schlechte Wahl, wie sich zeigte. 

Während der Abordnung und nach Ihrer Ernennung zur Richterin am OLG waren Sie in verschiedenen Senaten und in der Justizverwaltung tätig. 2006 wurden Sie dann kurzzeitig am Landgericht Potsdam mit der Wahrnehmung der Geschäfte der Vizepräsidentin betraut. Auch diese anspruchsvollen Aufgaben meisterten Sie vorbildlich und waren (ich erlaube mir auch bei Ihnen ein Zitat aus einer Ihrer Beurteilungen) „... wegen ihrer absoluten Verlässlichkeit und sehr effektiven Arbeitsweise ein besonderer Gewinn und eine unverzichtbare Stütze für das Brandenburgische Oberlandesgericht...". 

Ihre Vielseitigkeit und Flexibilität sowie die bereits erwähnten Fähigkeiten führten folgerichtig zu Ihrer Ernennung als Direktorin am Amtsgericht Rathenow zum 1. Mai 2007. Mit Einsatz, Fingerspitzengefühl und Sachverstand haben Sie maßgeblich dazu beigetragen, dass dieses Amtsgericht heute so gut aufgestellt ist.

Sie werden Ihre gute und erfolgreiche Arbeit auch im neuen Amt fortsetzen und mit Ihrem organisatorischen Talent sowie Ihrer offenen Art die Mitarbeiter des Gerichts schnell für sich gewinnen können. 

Ich kann Sie, sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Amtsgerichts Königs Wusterhausen, zu Ihrer neuen Direktorin nur beglückwünschen. 

Ich wünsche Ihnen, sehr geehrte Frau Kosyra, viel Erfolg und eine glückliche Hand für die neue Aufgabe und viel Freude an Ihrer neuen Wirkungsstätte.  Vielen Dank. 

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